Die Bausteine: Initiative, Epic, Story, Workitem
Betterplan kennt nur wenige Bausteine, dafür sind sie klar getrennt. Zwei davon geben Struktur (Initiative und Epic), die anderen sind Arbeit, die tatsächlich umgesetzt wird (Story und Workitem). Wer diese Trennung verinnerlicht hat, findet für jede Aufgabe sofort den richtigen Platz.
Die Hierarchie auf einen Blick
Initiative das Ziel „Stöbern & Einkaufen"
└── Epic ein Schritt zum Ziel „Produktsuche"
└── Story eine Möglichkeit, den Schritt zu erfüllen „Produktsuche"
└── Workitem ein Arbeitsschritt innerhalb einer Iteration „Backend-API: Fahrer zuweisen"
| Baustein | Wofür er steht | Wird umgesetzt? |
|---|---|---|
| Initiative | Ein Geschäftsziel: das Ergebnis, das du erreichen willst. | Nein, sie gibt die Richtung vor. |
| Epic | Ein Schritt im Prozess, der das Ziel erfüllt. Er fasst mehrere Möglichkeiten zusammen. | Nein, er strukturiert den Weg. |
| Story | Eine konkrete Möglichkeit, einen Schritt zu erfüllen. Es gibt drei Arten, siehe Story-Typen. | Ja. |
| Workitem | Der kleinste Arbeitsschritt, gehört zu genau einer Story. | Ja, aber nur zur Koordination in der Iteration. |
Betterplan erzwingt die Hierarchie: Ein Epic braucht eine Initiative als Parent, eine User Story ein Epic und ein Workitem eine Story. Project und Devteam Stories gehören keinem Epic an und brauchen keinen Parent.
Beispiel: QuickCart
Im Beispielprojekt QuickCart lässt sich die Hierarchie im Storyboard direkt ablesen: oben die Initiatives, darunter ihre Epics, darunter die Stories.

- Die Initiative Stöbern & Einkaufen beschreibt das Ziel: Kundinnen und Kunden sollen Lebensmittel entdecken und auswählen können.
- Ihre Epics sind die Schritte dorthin, zum Beispiel Produktsuche, Produktdetails und Warenkorb.
- Unter dem Epic Produktsuche hängen die Stories, also die Möglichkeiten, diesen Schritt zu erfüllen: Produktkategorien durchsuchen, Produktsuche mit Autovervollständigung, Produkte filtern und Produkte sortieren.
- Erst wenn eine Story umgesetzt wird, kommen Workitems ins Spiel. Auf dem Iteration Board zerlegt zum Beispiel die Story Fahrer zuweisen ihre Arbeit in Backend-API: Fahrer zuweisen und Oberfläche umsetzen: Fahrer zuweisen.

Wie du auf dem Board Workitems anlegst und bewegst, steht unter Iteration Board.
So prüfst du, ob die Struktur stimmt
Lies das Storyboard von links nach rechts wie ein Drehbuch: Die Initiatives und Epics erzählen, was deine Nutzerinnen und Nutzer in deinem Vorhaben erleben. Liest sich das stimmig, stimmt die Struktur. Von oben nach unten stehen die Optionen eines Epics, das Naheliegende oben, Ergänzendes darunter. Das ist die Erzählung der Struktur und eine erste Annahme, nicht die Priorität, siehe Priorisieren.
Struktur darf sich ändern:
- Ein Epic mit nur einer einzigen Umsetzungsmöglichkeit ist vermutlich in Wahrheit eine Story.
- Eine Story, die immer mehr Varianten bekommt, ist vermutlich ein Epic.
- Eine Initiative, die zu vage zum Handeln ist, zerlegst du in Epics, also in die Schritte.
Wohin mit Fehlern?
Ein Bug ist keine eigene Story. Du legst ihn als Workitem an der betroffenen Story an und markierst ihn als Bug. So bleibt das Wissen bei der Story. Im Beispiel trägt die Story Fahrer zuweisen ein Workitem mit Bug-Markierung (siehe Screenshot oben, Nummer 1).
Gib Titeln keine Nummern oder Präfixe wie „E1.1“. Reihenfolge und Hierarchie stecken schon in der Struktur, eine Nummer im Titel veraltet beim ersten Umsortieren.
Mehr zum Hintergrund
Im Blogartikel 6 Bausteine, mit denen ich Übersicht in meinen Projekten schaffe erklärt der Betterplan-Gründer, wie er auf diese Aufteilung gekommen ist.