Die sechs Zustände einer Story
Eine Story durchläuft in Betterplan genau sechs Zustände, nicht mehr. Das ist Absicht: Zu viele Zwischenstationen wie „In Review“ oder „Bereit zum Deployen“ kaschieren unerledigte Arbeit und verleiten dazu, Neues anzufangen, statt Bestehendes zu beenden. Betterplan folgt dem Prinzip Stop starting, start finishing.
Die Zustände
Die sechs Zustände teilen sich in zwei Phasen, die in einer einzigen Story stattfinden (siehe Discovery und Delivery):
| Phase | Zustand | Bedeutung |
|---|---|---|
| Discovery | Idee | Erfasst, aber noch nicht aufgegriffen. Ein Satz genügt. |
| Discovery | Entwurf | Details und Anforderungen werden verfeinert. |
| Discovery | Bereit | Discovery abgeschlossen: Die Story ist klar genug, um umgesetzt zu werden. |
| Delivery | Zu erledigen | Geplant, aber noch nicht gestartet. |
| Delivery | In Arbeit | Die Arbeit läuft. |
| Delivery | Erledigt | Die Umsetzung ist fertiggestellt. |
Die Namen entsprechen den Spaltenüberschriften in der Oberfläche. Neue Stories starten auf Idee.
In der englischen Oberfläche heißen die Zustände Idea, Draft, Ready, Todo, Doing und Done.
Davon getrennt gibt es Offen und Geschlossen. Das ist eine zweite, bewusst unabhängige Achse.
Typische Übergänge
Der normale Weg führt Schritt für Schritt von links nach rechts: Idee → Entwurf → Bereit → Zu erledigen → In Arbeit → Erledigt.
- Idee → Entwurf: Du hast entschieden, die Story weiter zu klären. Das ist ein Gespräch, das Zeit braucht, kein Formular. Offene Fragen sammelst du in der Beschreibung.
- Entwurf → Bereit: Die offenen Fragen sind beantwortet oder bewusst als Annahmen akzeptiert. Erst jetzt ist die Story umsetzbar.
- Bereit → Zu erledigen: Das Team nimmt die Story in die Umsetzung. Dabei hilft die globale Priorität: Was am weitesten fortgeschritten ist, hat den Vorrang, und innerhalb eines Zustands zählt die Reihenfolge im Backlog.
- Zu erledigen → In Arbeit → Erledigt: Das Team arbeitet die Story ab, bei Bedarf zerlegt in Workitems.
Rückwärts geht es auch: Stellt sich heraus, dass eine Story doch nicht klar genug war, schiebst du sie in einen früheren Zustand zurück. Die Zeitpunkte, an denen eine Story einen Zustand erstmals erreicht hat, bleiben für die Auswertungen erhalten.
Der Zustand bestimmt die Priorität
Der Reifegrad einer Story ist zugleich ihr wichtigstes Prioritätsmerkmal, im Sinne von Stop starting, start finishing: Erledigt (noch offen) vor In Arbeit vor Zu erledigen vor Bereit vor Entwurf vor Idee. Eine Story, die schon in Arbeit ist, geht also immer vor einer, die noch eine Idee ist, egal wo beide im Storyboard stehen. Nur innerhalb eines Zustands entscheidet die Reihenfolge im Backlog von oben nach unten. Die Regel und ein Beispiel stehen unter Priorisieren.
Du änderst den Zustand, indem du die Karte im Kanban in eine andere Spalte ziehst oder den Fortschritt im Bearbeitungsfenster der Aufgabe auswählst (Fortschritt).
Wo die Zustände auftauchen
Die sechs Zustände sind in mehreren Ansichten zu sehen:
- Backlog-Kanban (Prepare): Jeder Zustand ist eine eigene Spalte, links die Discovery-Spalten Idee, Entwurf, Bereit, rechts die Delivery-Spalten Zu erledigen, In Arbeit, Erledigt. Dazu kommt die Spalte Geschlossen, die du bei Bedarf ausklappst. Den linken Teil mit Idee zeigt Discovery und Delivery.
- Iteration Board (Build): Es unterscheidet den Discovery-Track und den Delivery-Track. Die Spalten der Delivery-Ansicht heißen Zu erledigen, In Arbeit und Erledigt. Dort wandern auch die Workitems (siehe Iteration Board).
- Storyboard (Scope): Jede Story-Karte zeigt ihren Zustand als Kennzeichnung, zum Beispiel Erledigt mit grünem Haken.

Ein Workitem durchläuft nur Zu erledigen, In Arbeit und Erledigt. Klärung und Priorisierung finden an der Story darüber statt. Workitems starten auf Zu erledigen.
Epics und Initiatives haben keinen eigenen Zustand. Sie strukturieren nur, deshalb zeigen sie auch keine Fortschrittsauswahl.
Hinweis: veraltete Stories
Eine Story, die zu lange im gleichen Zustand steht, bekommt die Markierung Alterung (siehe Iteration Board). Wie lange Stories insgesamt unterwegs sind, zeigt Flow. Die Frist wird kürzer, je weiter die Story fortgeschritten ist: Eine Idee darf lange liegen, eine Story in der Delivery sollte innerhalb einer Iteration weiterkommen. Die Markierung ist ein Anstoß zum Aufräumen, kein Fehler.
Mehr zum Hintergrund
Im Blogartikel Sechs Zustände reichen. Nicht mehr, nicht weniger. steht, warum Betterplan bewusst auf weitere Spalten verzichtet.