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Version: 2026.11

Rapid Estimation

Früher Zugang

Diese Funktion wird schrittweise freigeschaltet. Siehst du sie noch nicht, ist sie für deinen Workspace noch nicht aktiv. Sie setzt voraus, dass auch das Estimation Widget für dich sichtbar ist.

Am Anfang eines Projekts sollst du schon schätzen, obwohl kaum Details vorliegen. Dann hast du Initiatives und Epics, aber nur für wenige Epics ausformulierte Stories. Rapid Estimation rechnet aus diesen wenigen geschätzten Stories eine Gesamtschätzung für das ganze Projekt hoch, nachvollziehbar und mit eingebauten Plausibilitätsprüfungen. Mit jeder Story, die du später ausformulierst und schätzt, schrumpft der hochgerechnete Anteil.

Nicht zu verwechseln mit der automatischen Schätzung

Rapid Estimation rechnet Epics und Initiatives hoch, zu denen noch keine Stories existieren. Die automatische Schätzung dagegen gibt jeder vorhandenen User Story ohne eigene Schätzung den Median. Beides greift ineinander, aber du brauchst Rapid Estimation nicht, um mit ungeschätzten Stories zu planen.

So rechnet Betterplan​

Du wählst ein Referenz-Epic, dessen Stories du vollständig kennst und geschätzt hast. Betterplan teilt die Summe seiner Stories durch die Schätzung des Epics. Das Ergebnis ist der S2E-Faktor (Story to Epic): Er sagt, wie viele Story Points in einem Epic-Punkt stecken. Alle anderen Epics, die du nur grob geschätzt hast, werden damit hochgerechnet. Eine Ebene höher funktioniert es genauso: Mit einer Referenz-Initiative entsteht der E2I-Faktor (Epic to Initiative).

Ein Beispiel mit QuickCart: Das Epic Produktsuche hat Stories mit zusammen 16 Punkten. Du schätzt das Epic selbst mit 8 und markierst es als Referenz. Der S2E-Faktor ist 16 geteilt durch 8, also 2. Schätzt du das Epic Angebote & Aktionen mit 5, rechnet Betterplan es mit 5 mal 2, also 10 Punkten.

Schritt für Schritt am Beispiel QuickCart​

  1. Rapid Estimation einschalten. Öffne in der Leiste des Estimation Widgets das Menü (die drei Punkte) und schalte Schnellschätzung ein. In QuickCart ist der Schalter bereits an.
  2. Epics und Initiatives schätzen. Im Storyboard tragen die Karten von Epics und Initiatives jetzt dieselbe Schätzauswahl wie Stories. Schätze sie relativ zueinander, wie du es bei Stories tust.
  3. Referenz festlegen. Sobald ein Epic eine Schätzung hat, erscheint neben ihr der Schalter Referenz. Aktiviere ihn für das Epic, dessen Stories vollständig ausformuliert und geschätzt sind. Das setzt den Zustand des Epics auf Bereit. Schaltest du den Schalter wieder aus, entfernt Betterplan den Zustand. Bei den anderen Epics verschwindet der Schalter dann, es gibt immer nur eine Referenz je Ebene. Dasselbe machst du bei Initiatives.
  4. Ergebnis lesen. Das Widget zeigt jetzt die Hochrechnung als Gesamtzahl und daneben, wie viele Punkte tatsächlich aufgeschrieben sind. Die Lücke dazwischen ist das Signal: So viel Arbeit steckt in Epics, die noch niemand in Stories zerlegt hat.
  5. Plausibilität prüfen. Bei hochgerechneten Karten steht die berechnete Summe neben der tatsächlichen Summe der Stories, zum Beispiel 10 SP / Σ 14 SP. Weichen beide stark voneinander ab, warnt ein Dreieck.
Das Storyboard von QuickCart, in dem die Epics Produktsuche mit Schätzung 8 und Referenz-Schalter sowie Angebote & Aktionen mit Schätzung 5 und der Anzeige 10 SP / Σ 14 SP samt Warndreieck markiert sind; unten ist die Leiste des Widgets mit 171/279 SP markiert
Nach dem Schätzen der Epics: Schätzung (1) und Schalter **Referenz** (2) an **Produktsuche**, berechnete und tatsächliche Summe mit Warnung bei **Angebote & Aktionen** (3) und die hochgerechnete Gesamtzahl im Widget (4). Die Schätzungen der Epics hat die Anleitung für diese Aufnahme eingetragen; QuickCart bringt sie nicht mit. Die Gesamtzahl im Widget weicht deshalb von der der anderen Aufnahme ab (279 statt 283 Punkte).
Das Backlog-Kanban mit geöffnetem Menü der Widget-Leiste; markiert sind das Menü-Symbol der Leiste (1) und der Schalter Schnellschätzung (2)
Das Menü der Leiste: Mit dem Schalter **Schnellschätzung** (2) schaltest du die Hochrechnung ein und aus.
Der Schalter gilt für das ganze Projekt

Schnellschätzung ist eine Projekteinstellung. Schaltest du sie um, ändert sich die Ansicht für alle, die am Projekt arbeiten.

Wie die Plausibilitätsprüfung entscheidet​

Für ein Epic mit eigener Schätzung und Stories vergleicht Betterplan den Faktor dieses Epics (Summe der Stories geteilt durch seine Schätzung) mit dem Faktor der Referenz. Liegt er zwischen dem 0,7- und dem 1,3-Fachen, ist alles in Ordnung. Sonst erscheint die Warnung. Bei Angebote & Aktionen sind es 14 Punkte auf 5 Epic-Punkte, also 2,8 gegenüber 2,0: ein Verhältnis von 1,4. Dafür gibt es meist zwei Gründe: Das Epic ist noch nicht weit genug zerlegt und es fehlen Stories, oder der Bereich war kleiner als gedacht. Passe dann die Schätzung oder die Stories an, und die Warnung verschwindet. Die Referenz selbst wird nie markiert, ihr Faktor ist per Definition der Maßstab.

Ohne Referenz rechnet Betterplan nichts hoch, sondern summiert die Stories. Du siehst also sinnvolle Zahlen, noch bevor du eine Referenz gewählt hast.

Schalte es wieder aus, wenn die Story Map vollständig ist

Sind die meisten Epics in geschätzte Stories zerlegt, lohnt die Hochrechnung nicht mehr. Dann reicht die Summe der Stories, und das Widget zeigt dasselbe wie der Fortschritt.

Siehe auch​